Tiefkühlen richtig gemacht: was sich lohnt und was nicht
Das Gefrierfach ist das wirksamste Sparwerkzeug in der Küche — und bei den meisten der Ort, an dem Unbeschriftetes langsam vergessen wird. Beides hat dieselbe Ursache.
Was sich richtig lohnt
- Fleisch im Angebot. Der größte Hebel überhaupt. In Portionen aufteilen, flach einfrieren, dann taut es schneller auf.
- Brot. In Scheiben eingefroren kannst du einzelne Stücke entnehmen und direkt toasten.
- Fertig gekochte Gerichte. Eintöpfe, Soßen, Chili, Suppen. Doppelte Menge kochen kostet kaum Mehrarbeit und keine zusätzliche Energie.
- Kräuter. Gehackt mit etwas Öl in Eiswürfelformen. Deutlich besser als getrocknet und rettet den halben Bund, der sonst welk wird.
- Beeren und Obst der Saison. Einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in den Beutel füllen, sonst klebt alles zusammen.
- Reste in Portionsgröße. Der einzelne Rest Soße ist im Kühlschrank nach drei Tagen Müll und im Gefrierfach in vier Wochen ein Mittagessen.
Was du besser lässt
Alles mit viel Wasser und fester Struktur wird beim Auftauen matschig, weil die Eiskristalle die Zellwände sprengen.
- Salat, Gurke, Radieschen, rohe Tomaten. Werden glasig und weich.
- Gekochte Kartoffeln. Werden mehlig und süßlich. Als Püree eingefroren funktionieren sie dagegen gut.
- Sahne und Joghurt pur. Flocken beim Auftauen aus. In einer gekochten Soße ist es unproblematisch.
- Gekochte Eier. Das Eiweiß wird gummiartig.
- Frittiertes. Verliert genau das, wofür man es frittiert hat.
Die drei Regeln, an denen alles hängt
- Beschriften. Immer. Inhalt und Datum mit wasserfestem Stift auf den Beutel. Ohne Beschriftung wird aus Vorrat ein Ratespiel, und geraten wird selten.
- Portionsgerecht einfrieren. Ein Block von zwei Kilo taut niemand spontan auf. Was in einer Mahlzeit aufgeht, wird auch verwendet.
- Flach und luftdicht. Flache Pakete tauen schneller auf und stapeln sich besser. Luft im Beutel führt zu Gefrierbrand, also so viel wie möglich herausdrücken.
Richtig auftauen
Am besten über Nacht im Kühlschrank. Das dauert am längsten und ist hygienisch am sichersten, weil die Oberfläche nie warm wird. Fleisch und Fisch gehören immer in ein Gefäß, damit nichts auf andere Lebensmittel tropft. Suppen und Eintöpfe kannst du gefroren direkt in den Topf geben.
Was einmal aufgetaut ist, sollte nicht wieder eingefroren werden — außer, du kochst es zwischendurch durch. Aus aufgetautem rohem Hack darf also gekochte Bolognese werden, die wieder ins Fach darf.
Was das Gefrierfach kostet
Eine Gefriertruhe verbraucht Strom, das gehört in die Rechnung. Ein moderner Gefrierschrank liegt grob bei 150 bis 250 Kilowattstunden im Jahr. Entscheidend ist, dass er voll ist: Ein gefüllter Schrank hält die Kälte deutlich besser als ein halb leerer, weil das Gefriergut selbst als Speicher wirkt. Wer nur ein Drittel füllt, zahlt Strom für gekühlte Luft.
Kurz zusammengefasst
Fleisch, Brot, fertige Gerichte und Kräuter gehören ins Fach, wasserreiches Rohgemüse nicht. Beschriften, portionieren, flach packen und den Schrank voll halten — dann spart er mehr, als er an Strom kostet.